Die Klimabewegung ist wieder da – erfolgreiche Kundgebungen, auch in Biel!

Der Vorstand der SP Biel-Madretsch begrüsst den Erfolg der Kundgebungen für mehr Klimaschutz und wirksamere Klima-Anpassungen, die vom Bündnis „Keine 50-Grad-Sommer“ organisiert worden sind.  An der Kundgebung in Biel hat unsere Sektion gemeinsam mit der Unia-Ortsgruppe Biel einen Flyer verteilt, den wir nachfolgend publizieren. Zudem publizieren wir Auszüge aus der Medienmitteilung der Organisator:innen der Klima-Kundgebung in Biel. Der ursprüngliche Text wurde leicht bearbeitet und mit einigen Ergänzungen versehen. Die Fotografie wurde von Paulo Rebelo gemacht.

   

 

550 Personen demonstrieren in Biel: Ein breites Bündnis fordert Massnahmen für eine wirksamen Hitze- und Klimaschutz

Der Hitzesommer 2026 macht die Klimakrise auch in der Schweiz stark spürbar

Extreme Hitze und ein bisher unbekanntes Ausmass von Trockenheit – der Sommer 2026 konfrontierte uns mit der Erkenntnis, dass die Klimakrise längst Realität ist. Zu den konkreten Auswirkungen gehörten Notstände in der Landwirtschaft, Stress für die Ökosysteme, unerträgliche Temperaturen in Schulzimmern, an Arbeitsplätzen, in Spitälern, überlastete Notaufnahmen, Hitzetote.

Der Bieler Klimaaktivist Vincent Frei warnt: „Ohne einen sofortigen und konsequenten Kurswechsel in Politik und Wirtschaft werden 50 Grad im Sommer bald zur neuen Normalität werden.“ Aktuelle Schweizer Klimaszenarien bestätigen, dass solche Temperaturen im Jahr 2050 lokal nicht ausgeschlossen werden.

Schweizweite Proteste, am 25. September auch in Biel

Gegen diese Bedrohung hat sich ein Bündnis aus der Zivilgesellschaft gebildet. Dazu gehören die Linksparteien, die Gewerkschaften, aber auch Organisationen aus dem Klima-, dem Umwelt- dem Gesundheits- und dem Landwirtschaftsbereich. Dieses Bündnis mobilisierte schweizweit, am 19. September waren in der französischsprachigen Schweiz 20’000 Menschen auf den Strassen, am 25. September demonstrierten in der Deutschschweiz über 19‘000 Personen. Diese Kundgebungen haben den Druck auf die Politik und die Wirtschaft erhöht und senden ein starkes Signal für eine konsequente Klimapolitik.

Die Kundgebung in Biel vom 25. September begann auf der Esplanade. Schon um 16 Uhr versammelten sich erste Klimaaktivist:innen, um Schilder für die Kundgebung zu malen. Um 17 Uhr startete das offizielle Programm: Auf dem heissesten Platz der Stadt begrüsste das Bündnis die Teilnehmenden und verteilte Kreide, um die Forderungen nach einem klimagerechten Biel auf den Boden zu schreiben. Die anschliessende Demonstration mit 550 Menschen führte über den Zentralplatz, durch die Nidaugasse in Richtung Altstadt und war von bunten Schildern, lauten Parolen und einer durchmischten Menschenmenge geprägt. Auf dem Burgplatz wandten sich mehrere Redner:innen an die Teilnehmer:innen der Kundgebung. Der Abend endete mit musikalischen Darbietungen des Gurzelen-Chors und von Stude yeAH!.

Sanja Schlegel, eine Klimaaktivistin aus Biel, zieht eine positive Bilanz: „Es freut uns, dass wir so viele verschiedene Menschen erreichen konnten. Nebst Schüler:innen und Student:innen waren auch viele Familien, ältere Menschen und Gewerkschafter:innen präsent. Das zeigt deutlich: Die Klimakrise betrifft uns alle.“

Bis im nächsten Sommer braucht es Schutzmassnahmen gegen die Hitze

„Es ist offensichtlich, dass die Klimakrise die Gesundheit und das Leben der Menschen bedroht“, betont die Bieler Stadträtin Siri Ryser. „Es braucht dringend Schutzmassnahmen für vulnerable Menschen. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz und somit ein Grundrecht.“

Das Bündnis fordert rasch umsetzbare Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Dazu gehören angepasste Arbeits- und Unterrichtszeiten während Hitzewellen, aber auch verbindliche Massnahmen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und das Recht auf einen garantierten Lohn bei Arbeitsunterbrüchen infolge extremer Hitze. Für den Schutz vulnerabler Personen braucht es weitere geeignete Schutzmassnahmen.
Mittelfristig braucht es die zügige und massive Begrünung von Städten und Siedlungen sowie die klimaresiliente Sanierung von Gebäuden, insbesondere von Schulen und öffentlichen Einrichtungen.

Anerkennung der Klimakrise und konsequente Reduktion der Emission von Treibhausgasen

Zusätzlich zu unmittelbaren Schutzmassnahmen fordert das Bündnis die Anerkennung der Klimakrise und den sofortigen Ausstieg aus fossilen Energien. Ohne die konsequente Reduktion von Treibhausgasen bleiben auch die wirksamsten Massnahmen zur Anpassung blosse Symptombekämpfung.

Die Schweiz verfehlt laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) weiterhin ihre bereits tiefen Klimaziele. Sie investiert ungenügend in den Klimaschutz und hält an Strukturen fest, die die Klimakrise weiter anheizen. Notwendig sind deshalb tiefgreifende Veränderungen in allen Sektoren, besonders in der Wirtschaft, der Industrie, im Verkehr, bei Gebäuden und in der Landwirtschaft.

Zudem braucht es wirksame Regulierungen von besonders klimaschädigenden Industrien, um Emissionen rasch zu senken. Die Schweiz trägt über ihren Finanzplatz, den Rohstoffhandel und international tätige Konzerne eine besonders grosse Verantwortung. Laut dem WWF Schweiz verantwortet der Schweizer Finanzplatz allein das 14-18-fache der gesamten inländischen CO2-Emissionen der Schweiz.

Das Bündnis betont schliesslich die globale Dimension der Klimakrise. Die gravierendsten Folgen treffen bereits heute Menschen im Globalen Süden, die am wenigsten zur Erderhitzung beigetragen haben. Die Bieler Stadträtin Nina Schlup kommentiert: „Es braucht dringend einen sozial gerechten Wandel, der Klimaschutz, soziale Sicherheit und globale Verantwortung miteinander verbindet.“

Die Bieler Gruppe des Bündnisses lädt zum Mitmachen ein

Die Klimabewegung hat gezeigt, dass sie wieder da ist. Auch in Biel. Machen Sie mit? Das nächste Get-Active-Treffen der Bieler Gruppe der Klimabewegung findet am 26. Oktober um 19 Uhr im Farelhaus statt.

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