Der Hitze-Notstand ist da – was können wir tun?

Gefährliche Rekordtemperaturen
Schon seit Ende Juni bricht eine Hitzewelle historischen Ausmasses in vielen Landesgegenden die bisherigen Hitzerekorde. Vor allem für vulnerable Bevölkerungsgruppen sind die dabei erreichten Temperaturen lebensgefährlich – schon am 28. Juni ist die Übersterblichkeit in der Schweiz mit einem Plus von 16 Prozent mit derjenigen der letzten Grippewelle vergleichbar. In konkreten Zahlen ausgedrückt: In den letzten Jahren zählt die Schweiz jedes Jahr etwa 200 Hitzetote.

Wie die Hitze unserem Körper zusetzt
Bereits ab einer Temperatur von 30 Grad sind die gesundheitlichen Risiken erheblich erhöht, mit jedem zusätzlichen Grad nehmen sie deutlich zu. Gefährlich sind auch die Tropennächte. Wenn das Thermometer auch in der Nacht nicht unter 20 Grad fällt, erholt sich der Körper erheblich schlechter.

Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen
Für ältere Menschen ist eine Hitzewelle besonders gefährlich, aber auch für Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und Menschen, die draussen arbeiten. Zu den häufigsten Ursachen hitzebedingter Todesfälle zählen Herz-Kreislauf-Probleme, Atemwegserkrankungen und Nierenerkrankungen.

Empfehlungen zum Alltag während der Hitzewelle
Um die Auswirkungen der Hitze abzumildern, werden die folgenden Massnahmen empfohlen:
a) Körperliche Anstrengungen sind zu vermeiden.
b) Wenn möglich sollte man sich von der Hitze fernhalten und Möglichkeiten nutzen, den Körper zu kühlen.
c) Der Körper braucht mehr Flüssigkeit, man sollte genug trinken, empfohlen wird ein Minimum von 1,5 Liter pro Tag.
d) Gut verdauliche Speisen belasten den Körper nicht zusätzlich.

Die Auswirkungen der Hitzewelle und das Mietrecht
Besonders in den oberen Stockwerken von Altbauten staut sich die Hitze. Wenn solche Wohnungen nicht klimatisiert sind, können die Temperaturen Werte erreichen, die der Mieterschaft nicht mehr zumutbar sind. Das sieht auch das Bundesgericht so: Laut einem Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2017 dürfen Mieter:innen erwarten, dass die Raumtemperatur zwischen 20 und 21 Grad liegt. Abweichungen in der Höhe von 3 bis 5 Grad werden als Mangel bezeichnet, der eine Reduktion des Mietzinses rechtfertigt. In der Praxis hat eine solche Reduktion jedoch nur Chancen, wenn die erhöhten Raumtemperaturen auch auf einen Mangel der Wohnung zurückzuführen sind, zum Beispiel auf eine mangelhafte Isolation.

Die Hitzewelle und die Stadt Biel
In den Städten ist es heisser als auf dem Land. Doch auch in einer Stadt wie Biel gibt es Orte, die von einer Hitzewelle besonders stark betroffen sind. Als „Hitzeinsel“ am bekanntesten ist die Esplanade vor dem Kongresshaus, deren Asphalt sogar in der Nacht sechs Grad wärmer ist als das ländliche Umland der Stadt. Zwei Websites zeigen, welche Bereiche der Stadt besonders betroffen sind: bielometer.unibe.ch und metoblue.com/de/product. Die Stadt Biel hat am 8. Juli auf ihrer Website Empfehlungen publiziert, wie die Folgen der Hitzewelle abgemildert werden können – wir legen ein Dokument dazu bei.

Drei goldene Regeln für Hitzetage_2026

Klimaschutz tut Not – wir müssen jetzt handeln!
„Wir wollen keine Sommer mit fünfzig Grad!“ – im Kanton Waadt fordern die Organisationen „Solidarités“ und „Ensemble à gauche“ rasche und wirksame Massnahmen für den Klimaschutz. Mit Recht: Vielfach sind öffentliche Gebäude wie Spitäler und Schulen denkbar schlecht gegen diese und kommende Hitzewellen gewappnet, und nur zu oft verhindert die bürgerliche Sparpolitik griffige Massnahmen für den Klimaschutz.
Mit Wehmut erinnern wir uns an die Volksinitiative für die Schaffung eines Klimafonds, die am 8. März dieses Jahres deutlich verworfen worden war. Welches Resultat würde sie wohl in diesem Sommer erzielen? Was klar ist: Wir müssen mit aller Kraft für einen besseren Klimaschutz einstehen – auf Bundesebene, aber auch auf Kantons- und Gemeindeebene.

So unterstützt die Stadt Biel den Klimaschutz
Die Klimastrategie mit dem Ziel „Netto Null bis 2050“. Im Jahr 2020 hat die Stadt Biel eine Klimastrategie verabschiedet, die sich zum Ziel setzt, klimaneutral zu werden – bis 2040 in der Verwaltung, bis 2050 im gesamten Stadtgebiet. In Bezug auf dieses Ziel befindet sich Biel auf gutem Weg: Von 2010 bis 2023 hat bei den CO2-Äquivalenten eine Reduktion von 34 Prozent stattgefunden, der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch ist auf 39 Prozent gestiegen.
Die Umsetzung der Stadtklima-Initiative. Im November 2024 hat der Stadtrat beschlossen, die Anliegen der Stadtklima-Initiative umzusetzen.  Das bedeutet: Projekte, die Grünflächen mit Bäumen vorsehen, werden priorisiert. Auch Vorhaben, die der klimaschonenden Mobilität dienen, werden zügig umgesetzt.
Das Förderprogramm „Klima und Energie“. Mit diesem Programm, das voraussichtlich bis ins Jahr 2028 reicht, unterstützt die Stadt Biel Projekte, die den Energieverbrauch senken, die erneuerbaren Energien fördern oder auf andere Weise dem Klimaschutz dienen. Jährlich stehen dafür 100‘000 Franken zur Verfügung. Näheres unter www.biel-bienne.ch/foerderprogramm-klima

Beitrag teilen:

Gegen Wohnungsknappheit und Mietzinsteuerung in Biel – die beiden Bieler Volksinitiativen für günstigen Wohnraum sind eingereicht!