Linke Selbstbehauptung in einem rauher gewordenen Umfeld – zu den Wahlresultaten im Kanton Bern

Gute Nachrichten für uns SozialdemokratInnen, stagnierende Linke

Die Anstrengungen einer intensiven Wahlkampagne haben sich gelohnt – im Kanton Bern haben wir SozialdemokratInnen unseren Wähleranteil um 2,2 Prozent gesteigert, im Grossen Rat konnten wir drei Sitze dazugewinnen. Mit 21.1% WählerInnenanteil und 36 Sitzen im Parlament bleibt die SP klar zweitstärkste Partei im Kanton. Doch das Gesamtbild ist weniger erfreulich: Die Grünen haben 1,9 Prozent an WählerInnenanteil und zwei Sitze verloren, die meistens links der Mitte politisierende EVP hat gar vier Sitze eingebüsst.

Rechtsrutsch im Grossen Rat, gleiches Kräfteverhältnis im Regierungsrat

Trotz des Wachstums der Städte und Agglomerationen ist der politische Einfluss der ländlichen Teile des Kantons hoch geblieben. Dies, aber auch der schweizweite und europaweite Aufschwung des Rechtspopulismus, hat der SVP zu 7 zusätzlichen Sitzen verholfen, die EDU hat 2 Sitze dazugewonnen. Es ist absehbar, dass der neue Grosse Rat eine noch rechtere Politik verfolgen wird als bisher. Vielleicht werden wir vermehrt zum Mittel des Referendums und zu anderen Formen des ausserparlamentarischen Widerstands greifen müssen.

Im Regierungsrat hat die Kandidatur von Herve Gullotti etwas Spannung in den Wahlkampf gebracht – als linke Antwort auf den Versuch der SVP, die bürgerliche Mehrheit in der Regierung auszubauen. Leider ist es Herve Gullotti nicht gelungen, den SVP-Vertreter Pierre Alain Schnegg zu verdrängen, ihm fehlten etwa 20‘000 Stimmen. Das Scheitern des rechtsbürgerlichen Versuchs, einen fünften Sitz in der Regierung zu erobern, verdanken wir den Wählenden der Stadt Bern: Dort hat die vorbildliche Mobilisierung der Linken die Wahl des neu kandidierenden Sozialdemokraten Reto Müller gesichert!

Grossratswahlen: die Resultate im Wahlkreis Biel-Seeland

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Wir SozialdemokratInnen konnten unseren Wähleranteil in 39 von 60 Gemeinden steigern, insgesamt legten wir um etwa 1,3 Prozent auf neu 22,7 Prozent zu. In Biel ist die SP klar die stärkste Kraft geblieben, sie hat ihren WählerInnenanteil im Vergleich zu 2022 nochmals um vier Prozent gesteigert und somit fast 37 Prozent der WählerInnen überzeugt. Ein Wermutstropfen: Anders als in der Stadt Bern ist es nicht gelungen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Diese bleibt mit 27,1 Prozent weiterhin unter dem ebenfalls enttäuschenden kantonalen Durchschnitt von 34,3 Prozent.

Die Resultate der Kandidaturen unserer Sektion

Unsere Kandidaten Miro Meyer, David Mitrovic und Christoph Lörtscher sind mit einem klar linken Profil aufgetreten. Mit ihrem Wahlkampf haben sie die gewerkschaftlichen und linken Kräfte in der SP gestärkt. Wir gratulieren Miro Meyer zu seinem hervorragenden Resultat – mit 4003 Stimmen hat er den zweiten Ersatzplatz erreicht! Die Kandidaturen von Christoph Lörtscher (2469 Stimmen) und David Mitrovic (628 Stimmen) haben weniger Resonanz gefunden, trotzdem waren sie sinnvoll – sie gaben den Kandidierenden Gelegenheit, unsere politischen Positionen zu erklären und für diese einzustehen. An dieser Stelle danken wir allen, die unsere Kandidaturen unterstützt haben!

Beitrag teilen:

Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit – ein interessanter Anlass der Unia-Ortsgruppe Biel am 16. April
«first wednesday» – unser Stamm im Restaurant Hirschen in Madretsch