Das hat die Post mitgeteilt
Am Dienstag, 3. März hat die Post über die Schliessung der Filialen Biel-Madretsch und Biel-Mett informiert. An die Stelle dieser Filialen treten sogenannte «Partnerfilialen mit bedientem Schalter»: In Madretsch ab dem Monat Juli im Co-Working-Space Quidux an der Brüggstrasse 1, in Mett ab dem Monat Oktober im Coop-Supermarkt an der Mettstrasse.
Das bedeutet die Veränderung
Die «Partnerfilialen mit bedientem Schalter» werden keine Bargeld-Einzahlungen mehr entgegennehmen, ausserdem wird es nicht mehr möglich sein, dort «sehr grosse Pakete» aufzugeben. Die übrigen Postdienstleistungen werden weiterhin angeboten. Es wurde zudem nicht kommuniziert, wie die Arbeit in den beiden Nachfolgefilialen entlöhnt werden wird. Was aber klar ist: Die Post zielt auf Einsparungen ab.
Aus diesen Gründen kritisieren wir das Vorgehen der Post
● Erstens sorgen wir uns um die Qualität des Dienstleitungsangebots in den Quartieren. In Madretsch zum Beispiel sind unweit der aktuellen Poststelle die Apotheke und das Migros-Restaurant geschlossen worden. Es darf nicht sein, dass eine Abwärtsspirale die Begegnungs- und Versorgungsmöglichkeiten in den Quartieren immer weiter ausdünnt.
● Zweitens stellt sich die Frage der Entlöhnung in den «Partnerfilialen mit bedientem Schalter». Es darf nicht sein, dass vergleichbare Dienstleistungen zu einem wesentlich tieferen Lohn angeboten werden. Deshalb hoffen wir, dass die Gewerkschaften dafür sorgen werden, dass ein diesbezügliches Lohndumping vermieden wird.
● Drittens sind wir noch immer davon überzeugt, dass die Post als Unternehmen auf reale Probleme die falsche Antwort gibt. Gewiss ist es ein Problem, dass bei den Einzahlungen am Schalter und bei den übrigen Schaltergeschäften ein starker Nachfragerückgang zu verzeichnen ist. Aber wir sehen in der Dichte des Poststellennetzes eine potenzielle Stärke der Post, da sie zur Popularität des Unternehmens beiträgt. Gerade in einer Zeit, in der die Bevölkerung altert, in der die Digitalisierung die Vereinsamung der Menschen fördert, kommt einem feinmaschigen Filialnetz ein bedeutsamer Eigenwert zu.
Dass der Abbau des Poststellennetzes nicht unumgänglich ist, beweist die italienische Post: In 7000 Gemeinden mit weniger als 15’000 Einwohnern hat sie ihre Poststellen mit Erfolg zu umfassenden Dienstleistungszentren und Treffpunkten ausgebaut. Eine italienische Postfiliale ist heutzutage ein Anlaufpunkt für Versicherungs- und Bankgeschäfte, ausserdem für verschiedene Dienstleistungen des Staates.
Trotz allem – der Widerstand hat sich gelohnt
Die Ersetzung der Poststellen Biel-Madretsch und Biel-Mett durch zwei «Partnerfilialen mit Schalter» bedeutet eine Verschlechterung der Postdienstleistungen in den Quartieren und setzt Fragezeichen bezüglich der Entlöhnung der verbleibenden Dienstleistungen. Aber es ist immerhin gelungen, in beiden betroffenen Quartieren dafür zu sorgen, dass der Bevölkerung ein bedienter Schalter für Postdienstleistungen auch künftig zur Verfügung steht.
Dies ist unserer Ansicht nach nicht zuletzt dem Widerstand zu verdanken, der gegen die Abbaupläne der Post geleistet worden ist: Im November und im Dezember 2024 organisierte die Gewerkschaft syndicom mit Unterstützung der Bieler SP-Sektionen und der Grünen eine Kundgebung gegen die Schliessung von Poststellen, an der auch die Gemeinderätin Anna Tanner und die Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez-Bassi das Wort ergriffen. Und unsere Sektion reichte am 23. Dezember 2024 eine Petition gegen die Schliessung von Poststellen ein.

